Ladungsträger

Silicon Economy bringt erstes Start-up hervor

Ein deutsches Start-up hat sich auf die Digitalisierung des Ladungsträgermanagements spezialisiert. Noch ist es allerdings namenslos.

Erst am 1. März wollen die vier Forscher des Fraunhofer-IML in Dortmund ihren Unternehmensnamen verraten.

Die Wissenschaftler Philipp Wrycza, Michael Koscharnyi, Patrik Elfert und Jan Möller sind ein Team von Gründern aus dem Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML). Das Start-up bringt eine App-gesteuerte Plattform zum Cloud-basierten Managen von Ladungsträgern auf KI-Basis auf den Markt. Bei der App zur Steuerung der Plattform kommen, wie es heißt, erstmals Open-Source-Komponenten der Silicon Economy zum Einsatz.

Grundgedanke der Silicon Economy ist es, zugangskontrollierte Systeme durch offene, föderale Strukturen zu ersetzen, in denen International Data Spaces die Datensouveränität sichern. Als wesentlicher Treiber würden dort verteilte künstliche Intelligenzen agieren, heißt es aus Dortmund. Der Plattform, auf der diese erste Unternehmensgründung der vier Wissenschaftler im Umfeld der Silicon Economy fußt, gesellt sich jetzt die Open-Source-Komponente „E-Palettenschein“ hinzu.

Die Integration des digitalen Palettenscheins hat den Entwicklern eigenen Angaben zufolge monatelange Entwicklungszeit gespart und „liefert gleichzeitig die Blaupause zur Industrialisierung von Open-Source-Software aus der Silicon Economy“, sagt Philipp Wrycza, im Team der Ausgründer verantwortlich für Strategie und Vertrieb. Den Firmennamen will man übrigens erst am 1. März verraten, dann soll dem Start-up ein Gründerstipendium gewährt werden.

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Über 2 Milliarden Ladungsträger als Zielobjekte

Wenige Monate nach dem Start des vom BMVI geförderten Großforschungsprojektes Silicon Economy steht nun also ein Viererteam kurz vor der Gründung eines eigenen Unternehmens, dem gute Chancen eingeräumt werden: Alleine in Europa befänden sich rund 600 Millionen Europaletten im Umlauf, heißt es aus dem IML. Ergänzt werde diese Zahl an Holzpaletten durch 135 Millionen Kleinladungsträger (KLT) für den Automobilbereich, noch einmal 600 Millionen Steigen für Obst und Gemüse sowie 700 Millionen Fleisch- und Brotkisten.

Die App der vier Entwickler soll den Tauschprozess dieser riesigen Menge von Ladungsträgern digital erfassen und Lieferanten sowie Empfängern gleichermaßen zugänglich machen. Die dazugehörigen Konten sollen dann automatisch und rechtssicher belastet werden können. Für die unternehmensübergreifende Vernetzung stehe insbesondere der „E-Palettenschein“, der beispielsweise helfen könne, Lkw-Leerfahrten zu verhindern.