Politik

So will der Arbeitsausschuss Logistik Österreich zukunftsfit machen

Das heute präsentierte Grundsatzpapier ist sehr diplomatisch formuliert, lässt aber da und dort doch Kritik durchschimmern.

Rund 400.000 Menschen arbeiten in Österreich direkt oder indirekt in der Logistik – bei Logistik-Unternehmen oder in logistischen Funktionen in Industrie, Gewerbe oder Handel. Rund 11.000 Unternehmen sind im Kernbereich der Logistik zu verorten. Und Logistik ist nicht nur zentraler Wirtschaftstreiber, sondern auch ein wesentlicher Hebel im Sinne des Klimaschutzes.

Mit der Etablierung eines Logistikbeauftragten und der späteren Gründung der Dachmarke AUSTRIAN LOGISTICS wurde das Thema auch politisch recht hoch gehängt.

Nun hat der Arbeitsausschuss Logistik eine Grundsatzpositionierung veröffentlicht, die die Rahmenbedingungen für die Logistik-relevante Politik der kommenden Jahre und Jahrzehnte absteckt.

White Paper zum Thema

Kontinuität

Das Papier verweist auf die Etablierung des Logistikbeauftragten 2014 und das kooperative Entstehen des Logistikaktionsplans. Die Forderung: Es gelte seitens der politischen Entscheider, die Rahmenbedingungen zu ermöglichen, um diesen Dialog auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen.

Digitalisierung

Dass Digitalisierung die Logistik längst massiv verändert, muss nicht argumentiert werden. „Die Digitalisierung der logistikrelevanten Verwaltungsprozesse und Dokumente muss forciert werden. Dies gilt es auch auf der europäischen Ebene einzufordern. Weiters gehe es darum, „die Ausbildung der Beschäftigten an die Herausforderungen anzupassen“.

Standort

Die vorhandenen Infrastrukturen sollen, so das Papier, „auch im Sinne einer Gestaltung von optimalen multimodalen Ketten so effizient wie möglich genützt werden und an den zukünftigen Bedarf angepasst werden“. Kritisiert wird, dass die Raumordnung der Logistik aktuell zu wenig entgegenkomme: „Die Logistik muss als Flächentypus in den Raumordnungen der Länder verankert werden.

Ausbildung

Das Papier fordert Maßnahmen ein, die zu einer weiteren Attraktivierung der Berufsbilder in der Logistik beitragen. Darunter auch: „eine verbesserte Kommunikation mittels der 2018 vorgestellten Dachmarke AUSTRIAN LOGISTCS (…) Die Markenträger sollen (…)  AUSTRIAN LOGISTICS ab sofort noch intensiver bewerben.

Forschung & Entwicklung

Das Papier betont das hohe Level und die zentrale Bedeutung der heimischen F&E für die Logistik. Die Forderung: „Für einen hohen nutzenbringenden Innovationsgrad ist die Outputorientierung der Forschung zu fördern.

Image

Dass die Logistik nicht das beste Image habe, räumen auch die Autoren der Grundsatzpositionierung ein. Daher solle „in Zusammenarbeit mit den Trägern der Dachmarke AUSTRIAN LOGISTICS der Stellenwert der Logistik – als Kernbereich jeder prosperierenden Volkswirtschaft – in der Gesellschaft zusammen mit der Politik und der Öffentlichkeit positiv entwickelt und medial unterstützt werden.

Der Arbeitsausschuss Logistik ist eine Logistik-Plattform für Politik, Wirtschaft, Sozialpartner und Wissenschaft. Vertreten sind das BMVIT, AK, BVL, IV, ÖGB, VNL, WKÖ und der ZV.

Die Grundsatzpositionierung des Arbeitsausschusses Logistik kann hier abgerufen werden.

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