Efaflex-Tore in der österreichischen Industrie : „Es gibt es keinen Industriezweig, wo wir nicht vertreten sind“

Heinz Siegel, Geschäftsführer von Efaflex in Österreich
© Efaflex

Efaflex ist seit 50 Jahren im Markt vertreten. Wie haben sich die Produkte im Laufe der Jahre weiterentwickelt?

Heinz Siege
l Wie in der Industrie generell hat sich natürlich auch bei uns vieles verändert und weiterentwickelt. Einige können sich vielleicht noch an die sogenannten Streifenvorhänge erinnern. Diese waren oft im Einsatz, um hochfrequentierte Bereiche mit Temperaturunterschieden - aus heutiger Sicht - notdürftig abzutrennen. Dann hat Efaflex das Schnelllauf-Spiraltor erfunden. Gemeinsam mit den Schnelllauf-Rolltor war es erstmals möglich, schnelle und verschleißarme Tore einzusetzen. Heute haben wir für viele verschiedene Anwendungen individuell entwickelte Torsysteme. Zwei wesentliche Merkmale ziehen sich durch unser gesamtes Produktportfolio. Erstens die Schnelligkeit. Mit unseren Toren haben wir das Ziel, unsere Kunden in ihren meist schnellen Prozessen zu unterstützen. Das bedeutet beispielsweise, dass Tore sehr schnell öffnen müssen, damit der Staplerfahrer möglichst nicht warten muss, bis das Tor offen ist. Das zweite wesentliche Merkmal ist die langfristige Zuverlässigkeit. Unsere Tore kommen oft in hochfrequentierten Bereichen zum Einsatz. Hier ist es besonders wichtig, dass die Tore äußerst zuverlässig funktionieren. Zum Thema der Langlebigkeit ein kleines Beispiel: Bei einem herkömmlichen Sektionaltor geht man über die gesamte Lebensdauer von etwa 60.000 Lastwechsel, also Öffnungen und Schließungen aus. Unsere Tore sind so konstruiert, dass sie 1,5 bis zwei Millionen Lastwechsel erreichen. In der neuen Generation der Spiraltore, die im Laufe dieses Jahres ausgerollt werden, schaffen wir bis zu vier Millionen Lastwechsel. Im Vergleich ist damit die Lebensdauer im Durchschnitt um etwa 20 bis 30 mal höher als bei einem herkömmlichen Tor.

In welchen Industrien sind Efaflex-Tore im Einsatz?


Wenn ich unsere Kunden und die Branchen durchgehe, denke ich, gibt es keinen Industriezweig, wo wir nicht vertreten sind. Mit unseren auf die speziellen Bedürfnisse der Branchen entwickelten Torsysteme können wir sehr individuelle Lösungen anbieten. Wenn wir zum Beispiel auf die gesamte Lebensmittelindustrie schauen geht es naturgemäß oft um Hygiene oder um Kühlung, und fast immer um schnelle Prozesse. Mit unseren Produkten bieten wir individuell passende Lösungen an. Sei es für den Tiefkühlbereich mit einer einzigartigen Eintor-Lösung, die auch noch vereisungsfrei funktioniert, wenn es auf einer Seite plus 30 Grad und auf der anderen Seite minus 30 Grad hat. Oder unser EasyClean Tor, das so konstruiert ist, um es täglich – den Vorschriften der Lebensmittelproduktion entsprechend - bis in den letzten Winkel reinigen zu können. Für die Pharmaindustrie haben wir wiederum besonders maßgeschneiderte Torlösungen um die Herausforderungen der Reinraumvorschriften zu erfüllen. Im Bereich der Intralogistik kommen oft völlig unabhängig von der Branche verschiedene Torlösungen zum Einsatz. Eine davon wird auf der heurigen Logimat präsentiert. Wir haben aber auch für den Parking-Bereich individuell Lösungen. Bei den Tiefgaragen in Wien oder auch anderen Großstädten finden Sie sehr häufig unsere Schnelllauftore im Einsatz. Auch in den großen Industriezweigen wie z.B. Metallindustrie oder auch Holzindustrie sind wir vertreten.

Wie regional oder exportgetrieben ist Efaflex?


Efaflex ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Bayern und Erfinder des Schnelllauf-Spiraltores. Mit Tochtergesellschaften und Partnerunternehmen werden Kunden auf allen Kontinenten beliefert. Ich bin verantwortlich für die Vertriebs- und Serviceorganisation in Österreich. In Österreich haben wir über 40 Prozent Marktanteil.

Wie wichtig und nachgefragt ist das Service-Angebot und welche Dienstleistungen bietet Efaflex an?


Das Premium Service ist die Basis einer langfristigen erfolgreichen Zusammenarbeit. Mit unseren 35 Kundendiensttechnikern sind wir österreichweit exzellent aufgestellt. Rasche und unkomplizierte Serviceeinsätze sind damit in ganz Österreich garantiert. Ein zusätzlicher „Servicebeschleuniger“ ist unsere neue Lösung mit dem Namen EFA-Smart-Assist. Mit diesem Tool können sich Kunden via Live Video-Chat direkt und in Echtzeit mit unseren Technikern austauschen und manche Probleme innerhalb von ein paar Minuten beheben. Wir sind sehr stolz, dass wir für unsere Servicequalität schon einige Preise erhalten haben. In den letzten Jahren waren wir beim Top Service Österreich Award in der Kategorie kundenorientiertestes Unternehmen B2B immer mit Top Platzierungen vertreten. Im Jahr 2022 wurden unsere Anstrengungen zur Kundenorientierung mit dem Sieg dieser Kategorie belohnt.

Wie viel Energie lässt sich durch die "richtigen Tore" in etwa einsparen?


Wie viel Energie sich einsparen lässt ist gar nicht so einfach und pauschal zu sagen. Wir haben dazu unseren individuelle Energiesparrechner, den „Energysafer“ entwickelt. Damit ist es möglich, alle wesentlichen Variablen zu erfassen, beispielsweise wie oft und wie schnell ein Tor geöffnet wird, wie lange es geöffnet bleibt bzw. wie schnell es geschlossen werden kann. Nach der Eingabe der Variablen weist der Energysafer die CO2-Einsparung und auch die Energiekosteneinsparung als Richtgröße für Entscheidungen aus. Für unsere Kunden können wir damit ganz individuell auf die Situation abgestimmte Entscheidungsgrundlagen liefern.

Was zeigt Efaflex auf der Logimat 2024?


Auf der Logimat sind bei uns drei Tore für verschiedene Anforderungen zu sehen. Mit unserem neuen Maschineschutztor EFA-SRT MS Performance zeigen wir die neue Lösung für Anlagenbauer. Die Konstruktion sorgt dafür, dass wir damit auf die individuellen Bedürfnisse der Anlagenbauer eingehen können. Das Tor ist für bis zu einer Million Lastwechsel pro Jahr und einer Lebensdauer von zwölf Jahren konstruiert. Unsere geschulten Partner können das Tor selbst montieren und dadurch noch flexibler und kostengünstiger in ihre Anlagen integrieren. Zweitens zeigen wir ein Schnelllaufspiraltor, konkret ein Turbotor. Die Lamellen aus Acrylglas sorgen für über 70 Prozent Durchsichtigkeit. Mit unserer Spiraltorfamilie decken wir Lösungen von transparent bis isoliert ab. Außerdem haben wir auf der Logimat auch das Schnelllauf-Rolltor Premium, eine Lösung für den Innenbereich bei Öffnung, die häufig mit Staplern durchfahren werden.

Wie ist der Ausblick auf das nächste Geschäftsjahr?


Wenn wir als Efaflex Österreich zurückblicken, sind wir stolz auf das erreichte Wachstum von über 30 Prozent über die letzten zwei Jahre. Dieser Erfolg ist auf die perfekte Kombination aus hervorragenden und auf individuelle Kundenbedürfnisse abgestimmte Produkte, sowie auf unser schnelles und kundenorientiertes Service zurückzuführen. Wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen, bin ich davon überzeugt, dass wir auch zukünftige unsere Wachstumsziele erreichen werden.