Wirtschaft : Hohe Frachtraten lassen bei Maersk die Kasse klingeln

A.P. Moller - Maersk Container Containerschiff Sea Cargo
© A.P. Moller - Maersk

Unter dem Strich blieb mit rund 6,8 Mrd. Dollar (6,45 Mrd. Euro) zweieinhalb Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Ein weiterer Grund seien die auf höherem Niveau unterzeichneten Verträge, wie das Unternehmen mitteilte. Mit dem Geld will Maersk auch weitere Aktien zurückkaufen.

"Wir haben das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt, mit Zuwächsen in den Bereichen Ozean, Logistik und Terminals", sagte Maersk-Chef Soren Skou. Dabei wuchs das Segment Seeverkehr (Ocean) mit fast zwei Drittel überdurchschnittlich stark und steuerte mit knapp 15,6 Mrd. Euro 80 Prozent zum Konzernumsatz bei. Dabei glichen die hohen Frachtraten den Volumenrückgang von sieben Prozent mehr als aus.

Angesichts der hohen Preise für Transporte auf See auch für langfristige Verträge werde der Segmentumsatz dieses Jahr 10 Mrd. Dollar höher ausfallen als 2021, als über 48 Mrd. Dollar erzielt wurden. Das Management geht davon aus, dass so die im ersten Quartal um mehr als ein Fünftel gestiegenen Kosten für Treibstoff sowie das Netzwerk und den Containerumschlag überkompensiert werden.

In sein Logistik-Segment will Maersk weiter investieren, um zusätzliche Kapazitäten bereitstellen zu können. Erst am Montag verkündete die Reederei den erfolgreichen Abschluss der Übernahme von Pilot Freight Service für knapp 1,7 Mrd. Dollar. Das US-Unternehmen bietet Logistik von der sogenannten ersten bis zur letzten Meile an, also von der Bestellung der Ware bis zur Lieferung.

Der dritte große Geschäftsbereich von Maersk, Terminals, war im vergangenen Quartal besonders stark vom Ukraine-Krieg betroffen. Hier musste der Konzern als Folge der beendeten Russlandgeschäfte Wertminderungen in Höhe von 485 Mio. Dollar bei Global Ports Investments (GPI) vornehmen. Die Reederei hält nach eigenen Angaben einen Anteil von 30,75 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen, das sechs Terminals in Russland und zwei in Finnland betreibt. Bereits Mitte März hatte Maersk bekannt gegeben, seine Anteile an GPI veräußern zu wollen.

Wegen des Ausstiegs aus dem Russland-Geschäft muss die Reederei allerdings eine hohe dreistellige Millionensumme abschreiben. Insgesamt handle es sich um 718 Mio. Dollar (680 Mio. Euro), teilte das Unternehmen mit, das diese Woche die letzte Ladung zu einem russischen Hafen gebracht hat. Allerdings befänden sich noch rund 20.000 Container in Russland.

Im März hatte Maersk angekündigt, alle Vermögenswerte in Russland zu verkaufen - auch seine 30,75-prozentige Beteiligung am Hafenbetreiber Global Ports Investments, zu dessen Anteilseignern der russische Kernkraftbetreiber Rosatom und Geschäftsmann Sergej Schiskarew gehören.

Unter der Annahme, dass die derzeitige Marktsituation auch im laufenden Quartal anhalten wird, erwartet das Management das bereinigte operative Ergebnis nun bei 24 Mrd. Dollar und damit 5 Mrd. Dollar mehr als zuvor. Die Liquidität soll sich um 4 Mrd. Dollar auf über 19 Mrd. Dollar verbessern. Die Prognose basiere auf einer Normalisierung der Schifffahrt zu Beginn des zweiten Halbjahres. Die Containernachfrage soll allerdings indessen nur noch maximal um ein Prozent wachsen, könnte aber auch negativ ausfallen. Zuvor war hier ein Wachstum von zwei bis vier Prozent angenommen worden.

Angesichts der guten Geschäfte hat Maersk auch die zweite Phase seines Aktienrückkaufprogramms eingeläutet. Der Konzern plant, zwischen dem 5. Mai und 1. November Aktien mit einem Gesamtmarktwert von acht Milliarden Dänische Kronen (1,08 Milliarden Euro) zurückzukaufen. Bereits in den vergangenen sechs Monaten hatte Maersk Anteile mit diesem Gesamtvolumen zurückgekauft. Das gesamte, vor rund einem Jahr beschlossene Programm beläuft sich auf 32 Mrd. Dänische Kronen und soll nun noch ein Jahr laufen.