Transport

Niedrigwasser-Schiffe sollen Lücken in der Versorgungssicherheit bei BASF schließen

BASF Tannkschiff Niedrigwasser P110
© Technolog

Die Binnenschiff-Logistik von BASF hat das zentrale Ziel, die Versorgung des Standorts in Ludwigshafen auch bei Niedrigwasser sicherzustellen. Dazu erweitert BASF ihre bestehende Flotte, die derzeit über Time-Charter-Verträge von verschiedenen Reedereien angemietet wird, über drei Neubau-Projekte.

Ein Niedrigwasser-Tankschiff, das zusammen mit externen Partnern und der Reederei Stolt entwickelt wurde und im Bau ist, ein Gas-Tankschiff, das von der Reederei HGK Shipping bereits in Betrieb genommen wurde und ein Niedrigwasser-Spezialschiff, das derzeit von der Reederei GEFO gebaut wird.

„Mit diesen drei Schiffen können wir die Versorgungssicherheit und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts auch bei kritischen Niedrigwasser-Ereignissen nochmal deutlich verbessern. Der Einsatz dieser Spezialschiffe ist der finale Schritt in der Umsetzung unseres Stufenplans, den wir unverzüglich nach der extremen Trockenheit im Sommer und Herbst 2018 gefasst haben. Bereits fertiggestellt haben wir die Erweiterung der Rückkühlkapazität, die Entwicklung eines Frühwarnsystems für Trockenperioden und die Flexibilisierung unserer Ladestellen“, so Uwe Liebelt, President European Verbund Sites.

Als erste Maßnahme hatte BASF bereits 2019 vorhandene Schiffe auf dem Markt, die auch bei Niedrigwasser noch nennenswerte Mengen transportieren können, von verschiedenen Reedereien fest angemietet. Diese Maßnahme hat sich bewährt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Darüber hinaus stieß BASF gemeinsam mit externen Partnern die Entwicklung von drei neuen niedrigwassertauglichen Binnenschiffstypen an, um Lücken in der Versorgungssicherheit zu schließen.

Mit der Reederei GEFO wurde der Bau und Betrieb eines Schiffs für den Transport von Spezialprodukten auf dem Rhein vereinbart. Das Tankschiff ist ein für extreme Niedrigwassersituationen optimiertes Kombischiff für den Transport von Spezialchemikalien und wird den Namen Canaletto tragen. Dank seiner Ausstattung kann das 110 Meter lange und 11,45 Meter breite Schiff sehr flexibel eingesetzt werden. Es verfügt über acht Edelstahltanks, davon zwei Spezialtanks mit besonderer Beschichtung. Das neue Tankschiff wird die GEFO Shipping Group exklusiv für BASF bauen und betreiben. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2022 vorgesehen.

Bereits in Betrieb genommen wurde das Gas-Tankschiff der Reederei HGK. Die Gas94 zeichnet sich durch die optimierten Auftriebseigenschaften des Schiffskaskos aus, die durch eine ausgefeilte Anordnung von Komponenten wie Ladungsbehälter und Antriebstechnologie erzielt werden. Der 110 Meter lange und 12,5 Meter breite Gastanker ist breiter als die üblichen Gas-Schiffe. Dank seiner Konstruktion kann es auch bei einem Pegel Kaub von 30 Zentimetern noch immer 200 Tonnen verflüssigter Gase befördern.

Das Flaggschiff der neuen Niedrigwasserschiffe wird das neuartige, von BASF mitentwickelte Tankschiff sein, das eine außergewöhnlich hohe Tragfähigkeit vorweisen kann. Es wird die kritische Stelle im Rhein bei Kaub selbst bei einem Pegelstand von 30 Zentimetern noch mit einer Ladung von 650 Tonnen passieren können, das ist deutlich mehr als bei jedem anderen Tankschiff.

Bei mittlerem Niedrigwasser wird seine Transportkapazität mit rund 2.500 Tonnen doppelt so hoch liegen wie die konventioneller Binnenschiffe. Das Schiff ist nicht nur mit seinen Abmessungen von 135 Meter auf 17,5 Meter außergewöhnlich – neuartig ist auch seine Leichtbauweise und die Ausstattung mit zehn Edelstahltanks und drei getrennten Ladesystemen. „Wir haben dazu 2018 selbst die Initiative ergriffen, denn ein entsprechendes Schiff stand am Markt nicht zur Verfügung“, so Liebelt. „Ich freue mich, dass wir die Reederei Stolt für die Umsetzung gewinnen konnten.“ Das Schiff wird von der Reederei Stolt Tankers exklusiv für BASF gebaut und wird Ende 2022 auf dem Rhein eingesetzt werden.

„In allen drei Fällen haben wir eng mit Reedereien und externen Partnern zusammengearbeitet und konnten mit ihnen gemeinsam passgenaue Modelle entwickeln, die exakt unseren Bedürfnissen entsprechen,“ so Barbara Hoyer, Vice President, Land- und Schienenverkehr sowie Binnenschifffahrt.