Innovation

Start-ups außerhalb des Silicon Valleys? – Die Logistik kann’s brauchen.

Die Zahl der für die Logistik-Branche interessanten Start-ups wächst: Sie sollen auf dem Weg zur digitalen Logistik als Ideenlieferanten Tempo machen. Lesen Sie hier über die spannendsten Start-ups der Branche.

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Das Marktpotenzial für Logistik ist enorm. Rund eine Billion Euro, so schätzen Analysten, liegt in Europa quasi auf der Straße. Mit Telefon, Fax und mehr oder weniger ambitioniertem Kundenverkehr werden bald schon keine relevanten Einnahmen mehr zu lukrieren sein. „Man muss kein Sabbatical im Silicon Valley machen und sich einen Hipster-Bart wachsen lassen. Wir fahren mit einem Bus durchs Ruhrgebiet und schauen uns ein paar gute Beispiele für Logistik 4.0 an“, so Michael Henker, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik auf dem Zukunftskongress Logistik vor wenigen Wochen in Dortmund. Statt sich in theoretischen Abhandlungen zu ergehen, sollte man lieber dorthin schauen, wo bereits an zukunftsfähigen Modellen gearbeitet wird – nämlich in der Start-up- und Gründerszene.

Zu wenig Investitionsbereitschaft in Europa

Die Logistikbranche steht vor weitreichenden Veränderungen durch die Digitalisierung. Trotzdem geht ein Großteil der zentraleuropäischen Länder wie Deutschland und Österreich die Aufgabenstellung der digitalen Transformation nur zögerlich an, schreibt die Managementberatung Oliver Wyman in ihrer alljährlichen globalen Markt-Analyse. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollten die etablierten Logistikdienstleister deshalb weit intensiver als bisher die Zusammenarbeit mit innovativen Start-ups ihrer Branche suchen. 

In den USA derweil wurden allein 2017 3,5 Milliarden US-Dollar in Logistik-Start-ups gesteckt. Im Schnitt wird alle fünf Tage ein neues Logistik-Start-up gegründet. Die Finanzierung erfolgt bis dato aber primär in den USA und Asien. Lediglich fünf Prozent der weltweit getätigten Investitionen in Logistik-Start-ups finden in Europa statt. 

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Start-ups außerhalb des Silicon Valley? Und wie!

Mehr Bewegung in der DACH-Region

In der alljährlichen Studie von Oliver Wyman findet heuer aber erstmals auch die DACH-Region eine lobenswerte Erwähnung. Demnach erhöhte sich die Zahl der für die Logistik-Branche interessanten Start-ups im Vorjahr von knapp 40 auf nunmehr über 60 Jungunternehmer für die gesamte Region. Österreich punkte dabei, so die Studienautoren, vor allem in den Bereichen Lagerlösungen, Online-Marktplätze und Hightech-Logistig, die Schweiz eher bei Software für Routenoptimierung und Hightech-Transportlösungen für autonomes Fahren und Drohnen. In Deutschland sei, größenbedingt, von allem, was die Branche aktuell bewegt, etwas dabei. Immer öfter sind nicht nur Risikokapitalgeber, sondern auch Logistikkonzerne wie DHL und DR Schenker bei den Investitionen mit an Bord. 

„Eine wesentliche Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Investition in Start-ups ist die Bereitschaft, das eigene Kerngeschäft radikal zu hinterfragen und in weiterer Folge zu digitalisieren. Start-ups sind gewissermaßen die Katalysatoren dafür“, sagt Joris D’Incà, Partner bei Oliver Wyman in Zürich. Für den gesamten Prozess der digitalen Transformation müsse eine Roadmap mit klaren Vorgaben und Zeitabläufen angelegt werden. Die Partner in den Start-ups könnten dabei als Ideenlieferanten für Lösungen und Talent-Pools mitwirken und Tempo machen auf dem Weg zur digitalen Logistik. 

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Die spannendsten Start-ups aus Österreich für die Logistik!