Fahrerlose Transportsysteme : Warum FFT nun auch FTS produziert

Fahrerloses Transportsystem von FFT mit Autoteilen
© FFT

Die deutsche FFT ist Systemanbieter für automatisierte und flexible Fertigungsanlagen und realisiert schlüsselfertige Produktionssysteme für Kunden aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie. Neben Rohbauanlagen setzt FFT auch automatisierte Wartungskonzepte und Fertigungszellen im Bereich der Endmontage um. Im Rahmen des Turnkey-Ansatzes bietet FFT seinen Kunden eine Komplettlösung aus Produktionsanlage und zugehöriger Fördertechnik.

Um sein Leistungsspektrum zu erweitern und den Kundenanforderungen nach flexiblen Automatisierungslösungen für die logistische Verkettung ihrer Produktionsanlagen gerecht zu werden, hat der Generalunternehmer das fahrerlose Transportsystem (FTS) FFTigv entwickelt. „Unsere Kunden erwarten eine perfekt auf ihre Anforderungen abgestimmte Produktionsumgebung aus einer Hand. Deshalb haben wir uns entschieden, ein eigenes FTS zu produzieren“, sagt Christian Schuster, Account Manager bei FFT.

Das fahrerlose Transportsystem ist in drei Varianten erhältlich. Das FFTigv ONE S ist das vielseitige Basismodell mit bidirektionalem Antrieb und einer Traglast von bis zu 1,5 Tonnen. In der Version FFTigv ELEVATE verfügt das Fahrzeug über einen integrierten Hubtisch und kann eine Last von bis zu einer Tonne auf eine Höhe von 1,56 m heben. Das Modell FFTigv AGILITY kann omnidirektional navigieren und verfügt über eine integrierte Hubeinheit (Hub: 150 mm). „Der große Vorteil unseres FTS ist, dass er als integraler Bestandteil der Gesamtanlage über die SPS gesteuert werden kann. Damit vereinfachen wir die Systemarchitektur und vermeiden, dass sich ein Kunde mit zwei unterschiedlichen Systemen herumschlagen muss“, erklärt Jan Kreuzer, Projektleiter Elektrik.

Hohe Ladeleistung für große Lasten

Standardmäßig ist das FFTigv mit der induktiven Ladetechnik von Wiferion ausgestattet. „Aufgrund der engen Taktzeiten im Rohbau und der stark gestaffelten Zyklen war für uns von Anfang an klar, dass wir bei der Energieversorgung auf kabelloses Laden setzen“, erklärt Jan Kreuzer. „Da das etaLINK-System hier der Standard ist und bereits mehrere tausend Systeme erfolgreich im Einsatz sind, kam für uns nur Wiferion in Frage“. Die Herausforderung bestand darin, dass die Roboter aufgrund des schweren Transportgutes in kurzer Zeit mit hohen Strömen beladen werden mussten. Wiferion hat daher ein auf diese Anforderungen abgestimmtes Energiesystem aus Hochleistungsbatterien und Ladegerät entwickelt. Das FFTigv verfügt über zwei etaLINK 3000-Schnellladesysteme, die parallel geschaltet eine Ladeleistung von 6 kW erbringen und die Batterien mit einer Laderate von 2 C mit Energie versorgen.

Die Ladepunkte können an nahezu jeder häufig frequentierten Stelle im Lager platziert werden. Fährt ein Roboter an einen Ladepunkt, startet die Energieübertragung automatisch und überträgt nach nur einer Sekunde den Strom mit voller Leistung. „Wir laden unsere AGVs im Prozess. So vermeiden wir Ladepausen und unproduktive Fahrzeiten zu stationären Ladestationen und stellen die Verfügbarkeit der Fahrzeuge rund um die Uhr sicher“, sagt Nils Kramm, Projektleiter Mechanik. So kann FFT hochproduktive Produktionslinien wie im Werk der BMW Group in Leipzig realisieren.

Ein weiteres Kriterium für FFT war die Robustheit des Systems. „Unsere Produktionsanlagen zeichnen sich durch höchste Zuverlässigkeit aus. Wartungsintensive Technologien sind für uns daher keine Option“, betont Kramm. etaLINK hingegen ist ein gekapseltes System. Es kommt ohne mechanische Komponenten aus. Damit ist es zu 100 Prozent wartungsfrei.

Weltweit sind bereits 130 Ladesysteme in AGVs von FFT im Einsatz. Derzeit realisiert der Systemlieferant für die BMW Group im Werk Leipzig eine neue Fertigungsanlage mit einer zweistelligen Roboterzahl.